ALLES WICHTIGE

IN KÜRZE


Die Versicherung hat gesagt sie braucht nur einen Kostenvoranschlag zur Abrechnung des Schadens. Was macht für mich am meisten Sinn? Und warum der „einfache“ Weg nicht immer der bessere ist.

Die Unterschiede

Ein Kostenvoranschlag macht für Sie nur Sinn, wenn Sie das Auto definitiv reparieren wollen und der Schaden sehr gering ist (Bagatellschadengrenze 750 €). In einem Gutachten werden weit mehr Fakten zusammengefasst und bereitgestellt als in einem Kostenvoranschlag. Selbst bei einem sehr geringen Schaden kann es sinnvoll sein ein Gutachten erstellen zu lassen, da hier auch weitere Informationen enthalten sind die in einem Kostenvoranschlag fehlen. Mit der wichtigste Unterschied, ist der Wiederbeschaffungswert und der eventuelle Restwert Ihres Fahrzeugs.

Diese Werte sind wichtig, wenn sich die Frage stellt ob das Fahrzeug überhaupt noch reparabel ist. Nur durch die Ermittlung des Wiederbeschaffungswertes können Sie erkennen ob Ihr Fahrzeug ein Totalschaden ist oder nicht. Hierdurch entscheidet sich auch welche Abrechnungsvariante am sinnvollsten ist.

 
Wichtig ist hierbei noch zu erwähnen, dass das Prognoserisiko bei einem Kostenvoranschlag bei der Werkstatt liegt. Sollte sich also die Reparatur als teurer erweisen als gedacht wird die Versicherung trotzdem nur die Summe aus dem Kostenvoranschlag auszahlen, die restlichen Kosten müssen unter Umständen Sie tragen. Bei versteckten Schäden können dies schnell einige tausend Euro sein.

Bei einem Schadengutachten trägt der Haftpflichtversicherer das Prognoserisiko was bedeutet, auch bei der Erkennung von versteckten Schäden müssen diese ausgeglichen werden. Im Normalfall findet dann durch den Sachverständigen eine Nachbesichtigung statt, die versteckten Schäden werden ebenfalls dokumentiert und es wird eine neue Kalkulation erstellt.
 
Der Kostenvoranschlag


In einem Kostenvoranschlag werden die benötigten Teile aufgeführt um Ihr Fahrzeug wieder in seinen Ursprungszustand zurück zu versetzen. Es werden die benötige Arbeitszeit und die Lackierkosten aufgeführt.

Die Teilenummern werden ebenfalls mit aufgeführt.
 
Das Gutachten eines KFZ-Sachverständigen
 
Neben den genannten Punkten (Ersatzteile, Arbeitszeit, Lackierung) enthält ein Gutachten auch noch wichtige Angaben über den Zustand und die Ausstattung Ihres Fahrzeugs. Dies sind wichtige Faktoren um den Wert Ihres Fahrzeugs zu bestimmen. Hierzu ist eine ausführliche Marktanalyse dem Gutachten beigefügt. Um alles zu dokumentieren wird eine Fotoanlage gefertigt die sowohl den Schaden als auch den Zustand Ihres Fahrzeugs dokumentiert. Hier wird ihr Fahrzeug auch eindeutig identifiziert.

Durch die ausführliche Reparaturkalkulation wird die Schadenhöhe definiert. Durch die Gegenüberstellung mit dem ermittelten Wiederbeschaffungswert wird hier deutlich ob Ihr Fahrzeug ein wirtschaftlicher Totalschaden ist oder nicht. Aufgrund des Gutachtens haben Sie auch die Möglichkeit fiktiv abzurechnen.

Im Falle eines Totalschadens ermitteln wir selbstverständlich auch einen Restwert für Ihr unfallbeschädigtes Fahrzeug. Diese Gebote werden von unseren lokalen Aufkäufern per E-Mail übersandt und im Schadengutachten aufgeführt.


Sie hatten ein Fahrzeugunfall und fragen sich jetzt wie Sie Ihren erlittenen Schaden bei der gegnerischen Versicherung geltend machen können?

Prinzipiell ist es immer am besten, Fachleuten diese Frage zu stellen.

Sie brauchen auch nicht direkt einen Anwalt einzuschalten, aus der täglichen Praxis können wir sie hier auch beraten und Ihnen in der Entscheidung weiterhelfen.

Allerdings muss dazu gesagt werden, dass Sie um Ihre wahren Ansprüche zu kennen immer einen KFZ-Sachverständigen mit der Erstellung eines Schadengutachtens beauftragen sollten. Nur durch sein Gutachten lassen sich die entschiedenen Werte gegenüberstellen.


Erste Stufe
Reparaturkosten unter dem Wiederbeschaffungsaufwand

Liegen die Reparaturkosten unter dem Wiederbeschaffungswert, haben Sie Anspruch auf Ersatz der Reparaturkosten. Diese können Sie sich auszahlen lassen oder das Fahrzeug direkt reparieren lassen und die Werkstatt kann direkt mit der gegnerischen Versicherung abrechnen. Die Mehrwertsteuer wird allerdings nur ersetzt sofern diese wirklich angefallen ist.
 
Zweite Stufe

Reparaturkosten zwischen Wiederbeschaffungsaufwand und Wiederbeschaffungswert

1. Fiktive Abrechnung bei Weiternutzung

Sie haben Anspruch auf die vom Sachverständigen ermittelten Reparaturkosten ohne Abzug des Restwertes, wenn Sie das Fahrzeug tatsächlich verkehrssicher reparieren lassen und mindestens 6 Monate weiternutzen. Allerdings spielt hier keine Rolle wie Sie das Fahrzeug reparieren lassen.

Ob Ihr Fahrzeug noch verkehrssicher ist oder nicht halten wir ebenfalls in unseren Gutachten fest.


2. Fiktive Abrechnung bei Weiterveräußerung

Sie erhalten den Wiederbeschaffungswert abzüglich Restwert, da Sie den ermittelten Restwert durch den Ankäufer des Unfallfahrzeugs erhalten.


3. Konkrete Abrechnung

Lassen Sie ihr Fahrzeug vollständig reparieren, erhalten sie die Reparaturkosten ohne dass die Weiternutzung eine Rolle spielt.


Dritte Stufe
Reparaturkosten zuzüglich Wertminderung bis 130 % des Wiederbeschaffungswertes

Grundsatz

Sie können die Reparaturkosten, die zusammen mit der Wertminderung, bis zu 30 % über dem Wiederbeschaffungswert liegen, nur dann verlangen wenn Sie das Fahrzeug vollständig (in dem Umfang wie der Sachverständige in seinem Gutachten beschrieben und kalkuliert hat) und fachgerecht reparieren lassen. Außerdem müssen Sie das Fahrzeug mindestens 6 Monate weiter nutzen wollen.

Werkstatt und Prognoserisiko

Entscheidend ist die Prognose im Gutachten des KFZ-Sachverständigen. Der Reparaturauftrag darf erteilt werden, wenn die prognostizierten Reparaturkosten unter 130 % liegen. Liegen dann die tatsächlichen Reparaturkosten unfallbedingt höher, trägt der Versicherer grundsätzlich das Prognoserisiko. Allerdings trägt bei Kostenvoranschlägen das Prognoserisiko die KFZ-Werkstatt.

Reparatur mit Gebrauchtteilen

Im Einzelfall ist eine Reparatur mit Gebrauchtteilen zulässig, wenn dadurch Ihr Fahrzeug trotzdem fachgerecht, dem Gutachten entsprechend und Verkehrssicher repariert werden kann. Entspricht die Reparatur allerdings nicht der Kalkulation des Sachverständigen können Sie nur den Wiederbeschaffungsaufwand geltend machen. Hier beraten wir Sie gerne persönlich und berücksichtigen Ihre Wünsche betreffend der Weiternutzung Ihres Fahrzeugs.

Rabatte unzulässig

Werden von der Werkstatt nicht näher begründete Rabatte eingeräumt wird dies von der Rechtsprechung nicht anerkannt. Dies bedeutet, wenn die Reparatur über 130% des Wiederbeschaffungswertes liegt und nur durch einen Rabatt der Werkstatt das Fahrzeug instand gesetzt wird, muss die gegnerische Versicherung nicht die Wiederherstellungskosten ausgleichen, sondern lediglich den Wiederbeschaffungsaufwand.

Vierte Stufe
Reparaturkosten über 130% des Wiederbeschaffungswertes

Grundsatz

Liegen die im Gutachten kalkulierten Kosten der Reparatur Ihres Fahrzeugs mehr als 30% über dem Wiederbeschaffungswert ist die Instandsetzung in aller Regel wirtschaftlich unvernünftig. Ausnahmen gibt es hier in einigen Sonderfällen. Hierzu beraten wir Sie auch bereits bei der Beweisaufnahme.

Lassen Sie Ihr Fahrzeug dennoch reparieren so können die Kosten welche dabei entstehen nicht geteilt werden. In diesem Fall gilt eine Totalschadenabrechnung. Dies bedeutet Sie können nicht den Wiederbeschaffungswert einfordern sondern lediglich den Wiederbeschaffungsaufwand.

Mittlerweile ist es leider so, dass die Versicherungen Ihre Sachbearbeiter sehr gut schult und diese dadurch fast Volljuristen sind. Ausserdem beschäftigen sich die Rechtsabteilungen der Versicherungen mit aktuellen Urteilen.


An der Unfallstelle haben die wenigsten Probleme mit Ihren Unfallgegnern. Aber egal wie gut Sie sich verstehen, er haftet nicht allein für den Schaden, sondern auch ein Wirtschaftsunternehmen! Ihr Unfallgegner bekommt weder Probleme mit seiner Versicherung, noch macht ihm jemand Vorwürfe, wenn Sie einen Anwalt einschalten.


Ich bin doch bei der gleichen Versicherung und hatte noch nie Probleme

Bedenken Sie bitte, dass Sie ohne Rechtsbeistand, der im Übrigen für Sie kostenfrei ist, alleine Volljuristen und Anwälten gegenüberstehen. Ein Anwalt stellt hier nur eine Chancengleichheit her.
 
Auch wenn Sie bei der gleichen Versicherung sind, ist dies kein Garant dafür, dass Ihr Schaden problemlos reguliert wird. Im Gegenteil, der Sachbearbeiter sieht zwar dass Sie auch Kunde sind, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass die Versicherung Ihnen Geld zahlen muss. Dies tut Sie nur sehr ungern, da es den Gewinn schmälert.




Nachgefragt bei Franz Menebröcker, Sachverständigenbüro Menebröcker0175 61 51 141, unser Mitglied Mainz, Bad Kreuznach, Idar-Oberstein


Das Schadengutachten

Zuerst einmal warum ein Gutachten sinnvoller ist, als ein Kostenvoranschlag (KV). Ein Kostenvoranschlag wird von einer Werkstatt erstellt und zeigt die Höhe der erforderlichen Kosten zur Reparatur auf. Soweit so gut. Allerdings haben Sie noch mehr Ansprüche und diese sollten sie auch wahrnehmen.

Hierzu muss allerdings ein Gutachten, durch einen unabhängigen Sachverständigen erstellt werden. In diesem Gutachten werden nicht nur die Instandsetzungkosten aufgeführt, sondern auch der Wert den das Fahrzeug vor dem Unfall hatte. Dies ist besonders bei einem wirtschaftlichen Totalschaden wichtig.

Die Wertminderung wird weiter unten ausführlich erklärt, es sei nur soviel gesagt, es gibt eine Wertdifferenz zwischen einem Unfallfahrzeug und einem unfallfreien Fahrzeug.

Ein Gutachten dokumentiert zudem, den Schaden und den Allgemeinzustand des Fahrzeuges, nicht nur schriftlich sondern auch mit aussagekräftigen Bildern. Sie haben hiermit immer eine Grundlage Ihre tatsächlichen Ansprüche nachzuweisen.


Kostet mich das etwas?

Die Kosten für das Gutachten müssen vollständig von der Versicherung übernommen werden. Allerdings kürzen Versicherer hier auch, hierzu lässt sich in einem persönlichen Gespräch alles weitere klären. Sie müssen jedoch keine Angst haben, dass Ihnen hier horrende Kosten entstehen.
 

Sie haben bei einem Unfall eine Teilschuld zugesprochen bekommen? Auch hier ist noch nicht alles verloren. Sofern Sie für Ihr Fahrzeug eine Vollkaskoversicherung abgeschlossen haben. Keine Sorge auch hier können wir Sie gerne unterstützen.

Kombinierte Abrechnung mit Kasko und Haftpflicht bei Quotenunfällen!

Der Wiederbeschaffungswert ist eine der wichtigsten Angaben in einem Gutachten.

Dieser sagt aus welchen Wert Ihr Fahrzeug vor dem Unfall hatte, dies bedeutet wie weit ein Reparatur überhaupt noch wirtschaftlich vertretbar ist.

Aber nicht nur das, er sagt auch aus welcher Betrag Ihnen zusteht falls Ihr Fahrzeug ein wirtschaftlicher Totalschaden sein sollte. Dies zeigt allerdings erst eine ausführliche Kalkulation.


Wie schon weiter vorne beschrieben steht dieser Wert nicht in einem Kostenvoranschlag. Also an welcher Höhe können Sie sehen ob sich eine Reparatur noch lohnt, wenn Sie lediglich einen Kostenvoranschlag haben?


Die Ermittlung

Für den Wiederbeschaffungswert wird eine kleine Marktanalyse durchgeführt. Also für welchen Preis Sie ein sehr ähnliches Fahrzeug wiederbeschaffen können. Dies beinhaltet aber nicht nur das reine Fahrzeug. Auch der technische Zustand (Werkstattrechnungen), die Umbauten (Tuning und Sonderfahrzeuge) und die aktuelle Marktlage werden hier berücksichtigt.
 
Alles in allem ist der Wiederbeschaffungswert der Dreh und Angelpunkt in einem Gutachten. Er entscheidet ob eine Reparatur vertretbar ist, er zeigt den Wert auf der Ihnen für ihr Fahrzeug zusteht.

Das hierbei deswegen eine besonders gewissenhaft Recherche erfolgen muss erklärt sich von selbst – hier geht es um Ihre Ansprüche!

Diesen Betrag darf Ihnen die Versicherung vom Wiederbeschaffungswert bei einer fiktiven Abrechnung abziehen, dies ist dann der Wiederherstellungsaufwand. Das ist aber nicht weiter schlimm, da Sie durch uns immer regionale Angebote für Ihr Unfallfahrzeug erhalten. Wir nutzen keine der sogenannten Restwertbörsen, da nach unserer Erfahrung hier absolut überhöhte Preise für die Fahrzeuge gezahlt werden. Das freut die gegnerische Versicherung natürlich, da sie Ihnen dann weniger Geld auszahlen muss und der Schaden für sie billiger wird.

Dies ist aber nur die halbe Wahrheit. Ein Restwertgebot ist rechtlich bindend. Das bedeutet wer ein Angebot für das Fahrzeug abgibt, muss es auch kaufen und abholen wenn Sie sich zum Verkauf entschließen!

Dies ist dann besonders Wichtig da die Versicherung Ihnen den Wiederbeschaffungswert abzüglich des Restwertes auszahlt, den diesen bekommen Sie ja vom Aufkäufer Ihres Fahrzeuges.

Bei Wertermittlung in einer Restwertbörse sind die meisten Angebote aus dem nicht europäischen Ausland. Hier ist es äusserst schwierig ein bindendes Gebot zu erwirken.
 
Deswegen ist für uns nur der regionale Markt entscheidend!


Übrigens


Aktuelle Gerichtsurteile sagen aus, dass der Restwert in einem Gutachten bindend ist wenn der Kunde das Fahrzeug mindestens 6 Monate weiter nutzen will, auch bei einem Totalschaden. Hierzu gab es bereits ein Urteil des BGH. Sie sind also nicht verpflichtet oder gehalten das Angebot der Versicherung anzunehmen.


BGH vom 10.07.2007 – VI ZR 217/06


In seiner Entscheidung vom 10.07.2007 stellte der BGH  klar, dass falls der Geschädigte im Falle eines wirtschaftlichen Totalschadens tatsächlich keine Ersatzbeschaffung vornimmt, sondern er sein unfallbeschädigtes Fahrzeug weiternutzt, bei der Berechnung des fiktiven Wiederbeschaffungsaufwandes in der Regel nur der in einem Sachverständigengutachten für den regionalen Markt ermittelte Restwert in Abzug zu bringen ist.

In einem solchen Fall kann der Geschädigte also nicht auf ein höheres Restwertangebot aus einer Restwertbörse verwiesen werden. Ansonsten wäre der Geschädigte quasi gezwungen, sein Fahrzeug zu verkaufen, was den Grundsätzen des Schadensrechtes widerspricht.



Patrick Kohl, kfzgutachter-sued.de

Unser Mitglied im Raum Raum Rottweil, V-S, Freiburg, Freudenstadt

0741 / 94220608




Wie schon weiter oben beschrieben ist die Wertminderung ein Differenzwert zwischen zwei gleichen Fahrzeugen. Das eine unfallfrei und das andere mit Unfallschaden.

Hierbei spielt aber noch weit mehr eine Rolle, besonders wenn Ihr Fahrzeug finanziert ist oder Sie einen Oldtimer besitzen.

Bei einer Finanzierung haben Sie die Möglichkeit Ihr Fahrzeug am Ende der Laufzeit privat zu verkaufen und den Kredit bei der Bank auszulösen. Nun stellen Sie sich vor, Ihr Fahrzeug hatte in der Zeit einen massiven Unfall, der zwar sach- und fachgerecht repariert wurde aber eben immer noch passiert ist.

Je nach Höhe des Schadens werden Sie beim Verkauf schnell weniger verlangen können als Ihr Fahrzeug ohne Unfall Wert wäre.

Die Differenz müssen Sie dann aus eigener Tasche zahlen!

Und genau hier greift die Wertminderung. Dieser Betrag prognostiziert wie hoch der Wertverlust durch den Unfall ist. Allerdings wird keine Werkstatt in einem Kostenvoranschlag eine Wertminderung aufnehmen. Das böse Erwachen kommt meist erst beim Verkauf des Fahrzeugs.

Auch wenn das Fahrzeug nicht finanziert ist, steht Ihnen die Wertminderung zu! Die Finanzierung haben wir nur als Beispiel gewählt.


Ich will nur ein reparariertes Auto!

Häufig sagen mir Kunden, dass Sie an dem Unfall nichts verdienen wollen, sondern nur Ihr Auto wieder haben. Dies ist schon nach der aktuellen Gesetzeslage nicht zulässig, dass Sie an einem Unfall verdienen. Laut Schadenersatzrecht muss der Zustand wiederhergestellt werden, der vor dem Schadeneintritt bestand.

Sie sehen also, dass Sie an dem Unfall gar nichts „verdienen“ dürfen. Die Wertminderung bekommen sie ausgezahlt das stimmt, allerdings ist diese ja auch nicht als Verdienst zu sehen. Sie ist eben der Wertausgleich zwischen Unfallfahrzeug und unfallfreiem Fahrzeug.

– was steht mir wann zu?

Sofern Sie auf einen Mietwagen verzichten steht Ihnen in der Zeit der Reparatur eine sogenannte Nutzungsausfallentschädigung zu. Im Normalfall kann diese nur für die Dauer der Reparatur eingefordert werden, falls der Sachverständige jedoch feststellt dass Ihr Fahrzeug nicht mehr Verkehrssicher ist kann dieser Zeitraum auch ausgedehnt werden.


Vorraussetzung ist allerdings der sogenannte Nutzungswille. Dies bedeutet Sie wollen das Fahrzeug nutzen, können dies aber aufgrund der Unfallbeschädigung nicht. In unseren Gutachten wird der Nutzungsausfall immer parallel zu der Ihnen zustehenden Mietwagengruppe angegeben.


Sie können den Nutzungsausfall und einen Mietwagen kombinieren. Bei allem muss aber der Nutzungswille erkennbar sein.

Bei gewerblich genutzen Fahrzeugen wird meist ein Nachweis benötigt wie hoch der Nutzungsausfall ist. Dies kann ein Steuerberater berechnen.


Vorhaltekosten

Vorhaltekosten stehen Ihnen immer zu. Die Vorhaltekosten sind die durchschnittlichen laufenden Kosten für Ihr Fahrzeug, die Sie zahlen obwohl es in der Werkstatt steht. Diese beinhalten:

– Kraftfahrzeugsteuer

– Versicherungsbeiträge

Kurz gesagt alle Kosten die Sie haben auch wenn Sie nicht mit dem Fahrzeug fahren. In unseren Gutachten werden auch diese Posten ausgewiesen. Diese auch wirklich zu bekommen ist ohne Anwaltliche Hilfe schwer.

Im Bestreben zu sparen sind Versicherungen unterschiedlich kreativ. Das Spektrum reicht von „Wir zahlen nur das was wir für richtig halten den Rest müssen sie selbst übernehmen“ bis: der Versicherer stellt Pseudo-Rechtsätze auf, die gemessen am Rechtsgefühl eines Laien durchaus überzeugend klingen, zumal sie meist noch mit Urteilen untermauert werden. Kratzt man aber an der Oberfläche und forscht nach kommt schnell an die Oberfläche, dass weder die Rechtssätze so existieren, noch die Urteile Sinn ergeben, da sie meist gegen die Versicherer ausgesprochen wurden.


Erfahren Sie bei uns mit welchen 7 Klassikern die Versicherer Sie im Haftpflichtfall über den Tisch zu ziehen versuchen und weshalb es Sinn macht Fachleute für sich arbeiten zu lassen. Hierbei gibt es natürlich noch viele weitere Möglichkeiten. Fragen Sie uns einfach!


1. Einschränkung der freien Gutachterwahl

„Wir haben bereits einen Gutachter beauftragt, weshalb sie keinen weiteren Sachverständigen einschalten dürfen.“

„Nach den Urteilen des BGH (…) kann ein Geschädigter nur die tatsächlich erforderlichen Kosten erstattet verlangen, die vom Standpunkt eines verständigen, wirtschaftlich denkendem Menschen in seiner Lage zur Behebung des Schadens zweckmäßig und angemessen erscheinen. Dabei ist er zwar grundsätzlich nicht zur Marktforschung verpflichtet, um einen möglichst preisgünstigen ausfindig zu machen, allerdings verbleibt ihm das Risiko, dass er einen Sachverständigen beauftragt der sich später im Prozess als zu teuer erweist.“

„Soweit der von ihm gewählte Sachverständige erkennbar überhöhte Honorarsätze für seine Tätigkeit verlangt, gebietet das schadensrechtliche Wirtschaftlichkeitsgebot, einen lokalen, günstigeren Sachverständigen zu beauftragen.“

Diese Thesen sind nicht haltbar, wie schon viele Gerichtsurteile zum Thema Sachverständigenhonorar gezeigt haben. Die meisten können Sie unter www.captian-huk.de nachlesen. Hierbei ist es auch unerheblich welcher Maßstab der Versicherung angelegt wird. Sei es eine eigene Honorartabelle oder eine Honorarbefragung durch einen Verband. Aufgrund der freien Marktwirtschaft darf jeder Sachverständige sein Honorar selbst bestimmen.

Die Gutachterkosten sind tatsächlich angefallene Kosten zur Behebung/Feststellung Ihres Schadens.

Gerne beraten wir Sie hierzu persönlich und legen Ihnen unsere Abrechnungspraxis offen.

Einzige Ausnahme: Wenn Sie sich mit der Schädiger Versicherung ausdrücklich darauf geeinigt haben, dass der Sachverständige von dort entsandt werden soll haben Sie Ihr Recht quasi aufgegeben.

 
2. Schadenminderungspflicht


 „Der Geschädigte muss sich stets so verhalten, als müsse er den Schaden aus eigener Tasche zahlen.“

Tausendfach gelesen, tausendfach falsch, obwohl das Rechtsgefühl nicht auf Anhieb rebelliert. Wer knapp bei Kasse ist und sich selbst einen Schaden zufügt, übt oft Verzicht. Die Beule bleibt drin, ein Gebrauchtteil anderer Farbe muss herhalten, eine günstige Reparatur wird beauftragt, zwei Stunden in Bus und Bahn statt eines Mietwagens werden in Kauf genommen. Und das soll der Maßstab sein an dem Ihr Schaden gemessen wird?

Das sieht der BGH ganz anders. In seinem Mietwagenurteil aus dem Jahr 1996, dass in puncto Mietwagentarif überholt ist, hat er zur Schadenminderungspflicht Grundlegendes gesagt (Urteil 07.05.1996, Az: VI ZR 138/95):

„Das Gebot zu wirtschaftlich vernünftiger Schadensbehebung verlangt jedoch vom Geschädigten nicht, zu Gunsten des Schädigers zu sparen oder sich in jedem Fall so zu verhalten, als ob er den Schaden selbst zu tragen hätte. Denn in letzterem Fall wird der Geschädigte nicht selten Verzicht üben oder Anstrengungen machen, die sich im Verhältnis zum Schädiger als überobligatorisch darstellen und die dieser daher vom Geschädigten nicht verlangen kann. Deshalb ist bei der Prüfung, ob der Geschädigte den Aufwand zur Schadenbeseitigung in vernünftigen Grenzen gehalten hat, eine subjektbezogene Schadensbetrachtung anzustellen, das heißt Rücksicht auf die spezielle Situation des Geschädigten, insbesondere auf seine individuellen Erkenntnis- und Einflussmöglichkeiten sowie auf möglicherweise gerade für ihn bestehende Schwierigkeiten zu nehmen.“

Thomas Massing, Sachverständigenbüro UnfallSchadenDienst, unser Mitglied im Raum westliches Ruhrgebiet

0177 / 37 81 810


3. Kostenneutralität

„Der Geschädigte darf am Schaden nicht verdienen.“

Auch diesen Spruch werden Sie lesen, wenn entweder an Ihrer Reparatur gekürzt wurde oder Sie einen Brief vom gegnerischen Versicherer im Vorfeld bekommen. Er ist allerdings nur dann richtig, wenn man das Wort „verdienen“ korrekt interpretiert.

Regelmäßiger Anwendungsfall dieser Redewendung ist der Schaden am Betriebsinternen Fahrzeug. Der Versicherer kürzt die gutachterlich ermittelte Schadenssumme pauschal mit der Begründung, dass sei der Unternehmergewinn, der nicht erzielt werden dürfe.

Doch der BGH hat bereits vor über 35 Jahren dazu entschieden (Urteil vom 08.12.1977, Az: II ZR 189/75):

„Wer einen Schaden in der eigenen Werkstatt beseitigt, bekommt jedenfalls dann den Marktpreis erstattet, wenn diese Werkstatt eigentlich für Fremdreparaturen bestimmt ist. Er muss bei der Reparatur nicht zugunsten des Schädigers auf seinen bei Reparaturarbeiten anfallenden Unternehmergewinn verzichten.“

In diesem Urteil ging es zwar um eine Schiffsreparatur, das Urteil ist jedoch aufgrund der „Einheitlichkeit des Schadenersatzrechts“ auch auf Fahrzeugunfälle anwendbar.

Der Verzicht darauf, in der Zeit einen Fremdauftrag zu bearbeiten, ist eine überobligatorische Anstrengung. Auf den Ertrag daraus hat der Schädiger keinen Anspruch.


4. Positionen nicht angefallen

„UPE- Aufschläge, Verbringungskosten und Entsorgungskosten sind mangels durchgeführter Reparatur nicht angefallen. Deshalb werden sie auch nicht erstattet.“

Bei Versicherungen beliebt, aber nicht richtig. Ohne eine Reparatur fällt schließlich gar nichts an. Es ist absurd, dass manche Positionen erstattet werden, obwohl sie nicht angefallen sind (Ersatzteile, Arbeitsstunden) und andere nicht erstattet werden sollen, weil sie nicht angefallen sind (höherer Stundenverrechnungssatz, Entsorgung, zusätzliche Ersatzteile).

Die Frage muss deshalb lauten: Wären bei einer Reparatur die genannten Positionen auf der Rechnung erschienen oder nicht? Maßstab dabei ist die Werkstatt der jeweiligen Marke im jeweiligen Wirtschaftsraum.


5. Weniger bei alten Autos

Hier geht es um Kürzungen bei nicht durchgeführter Reparatur.

„Die Porsche- Entscheidung des BGH gilt nur für Fahrzeuge bis zu einem Alter von fünf Jahren.“

„Das Fahrzeug Ihres Kunden ist so alt, dass nur noch ein eingeschränkter Schadenersatzanspruch besteht.“

Meist wird hier pauschal ein Betrag abgezogen, da der Schädiger einen Ortsansässigen Betrieb ausfindig macht, der geringere Stundenverrechnungssätze hat, wie die im Gutachten angewendeten. Hier ist jedoch unerheblich, ob es eine Werkstatt gibt die günstiger ist, da der Versicherer dem Geschädigten nicht vorschreiben darf, in welche Werkstatt dieser geht bzw. in welcher Werkstatt der Schaden Sach- und Fachgerecht repariert wird. Häufig wird dies zusammen mit der sogenannten Schadenminderungspflicht (siehe Abschnitt 2) oder dem Hinweis auf das Fahrzeugalter und den Pflegezustand des Fahrzeugs begründet. Da nicht davon auszugehen ist, dass dieses Fahrzeug, aufgrund des Alters nicht mehr in einer Markenwerkstatt gewartet wurde.

Nach der Porsche- Entscheidung des BGH muss auch bei nicht durchgeführter Reparatur auf Basis der Stundenverrechnungssätze der Marke in der Region des Geschädigten abgerechnet werden (Urteil vom 29.03.2003, Az: VI ZR 398/02). Die These, das gelte nur für Fahrzeuge bis fünf Jahre ist dreist; der Porsche im Urteilsfall war bereits sechs Jahre und elf Monate alt.

Die Rechtsprechung differenziert beim Fahrzeugschaden nicht nachdem Fahrzeugalter. Dies gilt sowohl für die Werkstattwahl als auch für die Verwendung von Originalersatzteilen oder die Inanspruchnahme eines Mietwagens.


6. Wertminderung

Bei älteren Fahrzeugen.

„Ab einer Laufleistung von 100.000 km und/oder einem Alter von mehr als fünf Jahren besteht kein Anspruch auf Wertminderung mehr.“

Dazu hat der BGH das Gegenteil entschieden: Es gibt keine schematischen Grenzen für die Zuerkennung von Wertminderung (Urteil vom 23.11.2004, Az: VI ZR 357/03). Der einzige Maßstab ist das prognostizierte Marktverhalten bei Offenbarung eines reparierten Unfallschadens im Falle des gedachten Fahrzeugverkaufs.


7. Nutzungsausfallentschädigung

„Bei gewerblich genutzten Fahrzeugen gibt es keinen Anspruch auf pauschalisierte Nutzungsausfallsentschädigung. Der BGH hat den Anspruch auf privat genutzte Fahrzeuge begrenzt.“

Das war einmal. Der BGH sieht das heute ganz anders: Wenn das Fahrzeug so eingesetzt ist, dass sich ein Ertrag als Basis eines konkret bezifferbaren Schadens nicht errechnen lässt, wird auf die Pauschalierung nach der Nutzungsausfalltabelle zurückgegriffen (Urteil vom 04.12.2007, Az: VI ZR 241/06).

Nachgefragt bei Kollegen

Was ist das Gutachter Netzwerk Deutschland?

Im GND haben sich KFZ-Gutachter zusammengefunden, die inzwischen ganz Deutschland mit ihren Dienstleistungen abdecken können.

Egal wo Sie Ihren Unfall in Deutschland haben, ob mit Ihrem Firmen- oder Privatfahrzeug auf dem Weg in den Urlaub, wir finden immer einen kompetenten Sachverständigen in Ihrer Nähe.


Von Nord bis Süd, von West nach Ost – überall finden Sie ein Mitglied dieses Netzwerkes. Auch wenn Sie nur den Sachverständigen Ihres Vertrauens gespeichert haben – er wird Ihnen auch in Ihrem Urlaub, Ihrer Durchreise weiterhelfen können indem er Sie an einen erfahrenen Kollegen des Netzwerkes vermitteln wird. Der regionale Kollege kann Ihnen auch bei der Suche nach einem Hotel oder Sehenswürdigkeiten helfen falls Ihr Fahrzeug nicht mehr fahrbereit sein sollte.




Nachgefragt bei Thomas Massing, Sachverständigenbüro UnfallSchadenDienst – unser Partner im Raum westlichen Ruhrgebiet

Mobil: 0177 / 37 81 810





Die Schadenminderungspflicht – das Totschlag Argument der Haftpflichtversicherer

Was besagt eigentlich diese Schadenminderungspflicht?
Grundsätzlich handelt es sich hierbei nicht um eine Pflicht, sondern um eine „Obliegenheit“.
Nach allgemeiner Definition handelt es sich hierbei um die Pflicht eines Geschädigten den Schaden zu mindern oder den Schädiger auf die Gefahr eines hohen Schadens aufmerksam zu machen. Hierbei handelt es sich eben auch um die „Pflicht sich selbst gegenüber“ (Obliegenheit) den Schaden und seine Folgen möglichst gering zu halten. Gleichzeitig hat der Schädiger allerdings keinen Anspruch auf die Geringhaltung des Schadens. Der Geschädigte kann sich im Weiteren völlig frei in seinem Verhalten und Vorgehen entscheiden. Verstöße gegen diese Obliegenheit können allerdings zu Kürzungen der Erstattung führen.
Die rechtliche Basis für diese Thematik findet sich im §245 BGB. Darin ist auch geregelt, dass der Umfang des zu leistenden Schadenersatzes insbesondere davon abhängt, inwieweit der Schaden vorwiegend von dem einen oder dem anderen Teil verursacht worden ist, was auch dann gilt, wenn sich das Verschulden des Geschädigten darauf beschränkt, dass er unterlassen hat, den Schaden abzuwenden oder zu mindern.

Warum gibt es immer wieder Probleme bei der Regulierung?
Als Wirtschaftsunternehmen ist jede Versicherungsgesellschaft primär daran interessiert Gewinne zu erwirtschaften. Diesem Sinn steht es entgegen Gelder auszuzahlen und somit den möglichen Gewinn zu schmälern.
Die Zinskrise der heutigen Zeit verschärft diese Situation noch da auch die Versicherungswirtschaft nur noch geringere Erträge aus Geldanlagen verbuchen kann.
Um all diese „Negativ-Faktoren“ ein wenig abzumildern kann es nur Einsparmaßnahmen geben. Eingespart wird eben an den Beträgen die an einen Geschädigten ausgezahlt werden sollen.
So werden schon mal die zu Grunde gelegten Stundenverrechnungssätze nach unten, auf das Maß der Vertragsbetriebe, gekürzt. Gerne werden auch Begleitkosten wie Wertminderung, Nutzungsausfall und Verbringungskosten gestrichen oder gekürzt.
Und genau an dieser Stelle taucht das Argument der Schadenminderungspflicht auf!
Angeblich ist der Geschädigte dazu verpflichtet nur das absolut Minimalste zum Ausgleich seines Schadens zu beanspruchen. Mit drohendem Finger werden hier Szenarien dargestellt die fast den Eindruck erwecken könnten man würde als Geschädigter eine Straftat begehen.
Dabei ist die Schadenregulierung, prinzipiell, ganz einfach!
Der Geschädigte ist so zu stellen, als wäre ihm der Schaden nie entstanden.
Aus diesem Grundsatz ergeben sich alle folgenden Beträge und Werte. Die beschädigte Sache, oder das Fahrzeug , ist wieder so herzustellen, als wenn niemals ein Schaden eingetreten wäre. Im Einzelnen heißt das: Die Reparatur hat in einer Güte stattzufinden wie sie vor dem Schadenereignis vorzufinden war. Niemals vorher beschädigte Komponenten sind durch Neuteile zu ersetzen, Farbunterschiede sind zu vermeiden oder auszugleichen. Für die Zeit der Instandsetzung steht ein Ersatz zu. Man darf sich also einen Leihwagen mieten, oder aber auch einen geldwerten Ersatz für diese Zeit beanspruchen. Um den Schaden zu dokumentieren musste ein Fachmann eine Expertise über Zustand und Wert festgelegt des Autos, der Sache erstellen. In dieser Expertise wird auch der sach – und fachgerechte Reparaturweg bestimmt, denn nur so wird die Wiederherstellung gewährleistet. Auch die Beratung im juristischen Bereich muss gewährleistet sein, denn wer ist schon sicher in den ganzen Winkeln und Ecken des Rechtssystems?
Tatsache ist aber, dass all diese Arbeiten und Tätigkeiten Kosten verursachen.
Die deutsche Rechtsprechung hat entschieden, dass eben auch diese Kosten durch die Versicherungen zu übernehmen sind – und hier schließt sich der Kreis: es gilt Ausgaben zu vermeiden! Also wird der Spieß umgedreht und dem geschädigten eine angebliche Last aufgebürdet die ihm eigentlich zu den Versicherungen gehört.
Der Geschädigte ist nicht verpflichtet die günstigste Werkstatt zu kontaktieren, er muss sich eben nicht auf die Aussage eines „Fachmannes“ der Versicherung verlassen – denn wie unparteiisch kann ein solcher Sachverständiger sein wenn die Versicherung sein Arbeitgeber ist?
Dreht man die Situation allerdings kann man Überraschendes feststellen:
• Die Versicherungen beauftragen „Prüfdienstleister“ um eingehende Gutachten und Werkstattrechnungen zu „prüfen“.
– Diese Tätigkeiten kosten ebenfalls Geld und werden anstandslos durch die Versicherungen bezahlt.
• Der Anwalt des Geschädigten kann damit nichts anfangen und fragt bei dem erstbeauftragten Sachverständigen um eine Stellungnahme nach.
• Der Sachverständige arbeitet den Prüfbericht durch und stellt die Differenzen heraus und begründet seine vorgegebene Reparaturmethode.
– Eine Zusatztätigkeit, die der Sachverständige natürlich ebenfalls in Rechnung stellt.
• Der Rechtsanwalt erarbeitet dann einen Widerspruch und droht mit gerichtlicher Klage.
• Die Versicherung hat aber die Rechnung des Sachverständigen als zu hoch empfunden und um etwa 20% gekürzt.
• Der Sachverständige schreibt den Geschädigten und den Rechtsanwalt an und weist auf diese Tatsache hin, denn nun ist der Geschädigte, vorrangig zu belangen da er der Auftraggeber ist.
• Der Geschädigte lehnt den Ausgleich der Differenz ab.
• Der Sachverständige korrespondiert mit dem Anwalt.
• Die Klage wird eingereicht
– Wieder entstehen Kosten
• Noch immer wurde das verunfallte Fahrzeug nicht repariert, da die Kosten übernahmen nicht gesichert ist, oder aber die Werkstatt mahnt den Geschädigten an, da die Rechnung noch nicht beglichen wurde.
• Durch die gesamte Verzögerung steigt die Ausfallzeit des defekten Fahrzeuges und der Geschädigte nutzt den Leihwagen dadurch länger als eigentlich nötig.
– Es entstehen vermeidbare Kosten durch den Leihwagen oder des Nutzungsausfalls.
• Der Termin zur Gerichtsverhandlung ist anberaumt.
• Kurz davor gleicht die Versicherung die ursprünglichen Beträge aus.
Im Fazit sind die Kosten zur Regulierung des Schadens aber wesentlich in die Höhe geschnellt!
Unnötige Kosten wie Prüfberichte, Stellungnahmen, Prozesskosten, Leihwagen und und und.

Erkenntnis:
Eine eintrittspflichtige ist niemals der Freund des Geschädigten, sondern dem Gewinn und den Aktionären verpflichtet.
Es ist von immenser Wichtigkeit bei den Tricks der Versicherungen auf die richtigen Fachleute zurückgreifen zu können.
Der freie und unabhängige Sachverständige ermittelt die realen Werte und den korrekten Entschädigungswert. Der frei gewählte Rechtsanwalt kämpft gegen die Winkelzüge der Versicherungen.
Diese Fachleute wissen mit welchen Mitteln sie den fadenscheinigen Argumenten der Versicherung gegenüber treten können.
Per Gesetz darf sich niemand an einem eingetretenen Schaden bereichern. Darum geht es auch nicht, es geht darum die realen Werte zu bestimmen und um das Recht auf korrekten Schadenersatz.


Nachgefragt bei Franz Menebröcker, Sachverständigenbüro Menebröcker – unser Partner Mainz, Bad Kreuznach, Idar-Oberstein

Telefon: 0175 / 61 51 141


Brauche ich einen Sachverständigen?


Bei einem unverschuldeten Unfall sollten Sie unbedingt einen freien, unabhängigen Sachverständigen mit der Begutachtung beauftragen. Die Kosten hat grundsätzlich die Versicherung des Unfallverursachers zu übernehmen. (BGH   NJW 74,34)

Brauche ich einen Rechtsanwalt?

Auch bei einfachen Verkehrsunfallsachen ist die Einschaltung eines Rechtsanwalts von vornherein als erforderlich anzusehen.

Die immer unüberschaubarere Entwicklung der Schadenpositionen und der Rechtsprechung zu:

    Schadengutachten
    Wirtschaftlicher Totalschaden
    Reparaturschaden
    Gutachterkosten
    Rechtsanwaltskosten
    Reparaturkosten
    Reparaturweg
    Wiederbeschaffungswert
    Restwert
    Stundensätzen
    Mietwagenkosten
    Nutzungsausfall
    Wertminderung
    Fiktive Abrechnung

lässt es geradezu als fahrlässig erscheinen, einen Schaden ohne Einschaltung eines Rechtsanwalts abzuwickeln.

Die Anwaltskosten hat grundsätzlich die Versicherung des Verursachers zu übernehmen.

OLG Frankfurt a.M. 2.12.14, 22 U 171/13

 

Nachgefragt bei Patrick Kohl, kfzgutachter-sued.de – unser Partner in der Region Rottweil, Villingen-Schweningen, Freiburg, Freudenstadt

0741 / 94220608


Kommentar zum Thema Restwertermittlung


Sie haben diese oder weitere Fragen zur Restwertthematik oder auch der Relevanz des Restwertes im Schadenfall? Dann wird Ihnen der KFZ Sachverständige vor Ort gerne zur Verfügung stehen!

Wie viele weitere Gründe spricht auch das Thema Restwert dafür, dass Sie nach einem unverschuldeten Verkehrsunfall auf einen unabhängigen Sachverständigen setzen. Wie ist bei Firmenfahrzeugen beispielsweise das Thema Umsatzsteuer rund um den Restwert zu berücksichtigen?

Diese Art der Restwertermittlung ist vor allem dann für die Kunden von Nachteil, wenn das Fahrzeug nach wirtschaftlichem Totalschaden nicht veräußert werden soll oder wenn es darum geht, dass die Instandsetzungskosten höher sind als das Verhältnis „Wiederbeschaffungswert – Restwert“.

Die Restwertermittlung hat im Falle eines Haftpflichtschadens gemäß aktueller Rechtsprechung unter der Berücksichtigung des lokalen Marktes zu erfolgen. Dabei sind vor allem solche Händler zu berücksichtigen, die für den Geschädigten mühelos zu erreichen sind. Drei dieser Restwerte sind im Gutachten des KFZ Sachverständigen zu vermerken. Restwertbörsen bergen das Risiko von deutlich überhöhten Geboten durch verschiedenste Aufkäufer.

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