Ihre Abrechnungsmöglichkeiten nach dem 4 Stufen Modell des BVSK

Sie hatten ein Fahrzeugunfall und fragen sich jetzt wie Sie Ihren erlittenen Schaden bei der gegnerischen Versicherung geltend machen können? Prinzipiell ist es immer am besten, Fachleuten diese Frage zu stellen.

Sie brauchen auch nicht direkt einen Anwalt einzuschalten, aus der täglichen Praxis können wir sie hier auch beraten und Ihnen in der Entscheidung weiterhelfen.

Allerdings muss dazu gesagt werden, dass Sie um Ihre wahren Ansprüche zu kennen immer einen Kfz-Sachverständigen mit der Erstellung eines Schadengutachtens beauftragen sollten. Nur durch sein Gutachten lassen sich die entschiedenen Werte gegenüberstellen.

 

Erste Stufe

Reparaturkosten unter dem Wiederbeschaffungsaufwand

 

Liegen die Reparaturkosten unter dem Wiederbeschaffungswert, haben Sie Anspruch auf Ersatz der Reparaturkosten. Diese können Sie sich auszahlen lassen oder das Fahrzeug direkt reparieren lassen und die Werkstatt kann direkt mit der gegnerischen Versicherung abrechnen. Die Mehrwertsteuer wird allerdings nur ersetzt sofern diese wirklich angefallen ist.

 

Zweite Stufe

Reparaturkosten zwischen Wiederbeschaffungsaufwand und Wiederbeschaffungswert

 

  1. Fiktive Abrechnung bei Weiternutzung

Sie haben Anspruch auf die vom Sachverständigen ermittelten Reparaturkosten ohne Abzug des Restwertes, wenn Sie das Fahrzeug tatsächlich verkehrssicher reparieren lassen und mindestens 6 Monate weiternutzen. Allerdings spielt hier keine Rolle wie Sie das Fahrzeug reparieren lassen.

Ob Ihr Fahrzeug noch verkehrssicher ist oder nicht halten wir ebenfalls in unseren Gutachten fest.

  1. Fiktive Abrechnung bei Weiterveräußerung

Sie erhalten den Wiederbeschaffungswert abzüglich Restwert, da Sie den ermittelten Restwert durch den Ankäufer des Unfallfahrzeugs erhalten. Siehe auch Restwert!

  1. Konkrete Abrechnung

Lassen Sie ihr Fahrzeug vollständig reparieren, erhalten sie die Reparaturkosten ohne das es auf die Weiternutzung ankommt.

Dritte Stufe

Reparaturkosten zuzüglich Wertminderung bis 130 % des Wiederbeschaffungswertes

 

  • Grundsatz

Sie können die Reparaturkosten, di zusammen mit der Wertminderung, bis zu 30 % über dem Wiederbeschaffungswert liegen, nur verlangen, wenn Sie das Fahrzeug vollständig (in dem Umfang wie der Sachverständige in seinem Gutachten beschrieben und kalkuliert hat) und fachgerecht reparieren lassen. Außerdem müssen Sie das Fahrzeug mindestens 6 Monate weiter nutzen wollen.

  • Werkstatt und Prognoserisiko

Entscheidend ist die Prognose im Gutachten des Kfz Sachverständigen. Der Reparaturauftrag darf erteilt werden, wenn die prognostizierten Reparaturkosten unter 130 % liegen. Liegen dann die tatsächlichen Reparaturkosten unfallbedingt höher, trägt der Versicherer grundsätzlich das Prognoserisiko. Allerdings trägt bei Kostenvoranschlägen das Prognoserisiko die Kfz-Werkstatt.

  • Reparatur mit Gebrauchtteilen

Im Einzelfall ist eine Reparatur mit Gebrauchtteilen zulässig, wenn da durch Ihr Fahrzeug trotzdem Fachgerecht, dem Gutachten entsprechend und Verkehrssicher repariert werden kann. Entspricht die Reparatur allerding nicht der Kalkulation des Sachverständigen können Sie nur den Wiederbeschaffungsaufwand geltend machen. Hier beraten wir Sie gerne persönlich und berücksichtigen Ihre Wünsche was die Weiternutzung des Fahrzeugs angeht.

  • Rabatte unzulässig

Werden von der Werkstatt nicht näher begründete Rabatte eingeräumt wird dies von der Rechtsprechung nicht anerkannt. Dies bedeutet, wenn die Reparatur über 130% des Wiederbeschaffungswertes liegt und nur durch einen Rabatt der Werkstatt das Fahrzeug instandgesetzt wird, muss die gegnerische Versicherung nicht die Wiederherstellungskosten ausgleichen, sondern lediglich den Wiederbeschaffungsaufwand.

 

Vierte Stufe

Reparaturkosten über 130% des Wiederbeschaffungswertes

 

  • Grundsatz

Liegen die Im Gutachten kalkulierten Kosten der Reparatur Ihres Fahrzeugs mehr als 30% über dem Wiederbeschaffungswertes, ist die Instandsetzung in aller Regel wirtschaftlich unvernünftig. Ausnahmen gibt es hier in einigen Sonderfällen. Hierzu beraten wir Sie aber bereits bei der Beweisaufnahme gerne.

Lassen Sie ihr Fahrzeug dennoch reparieren so können die Kosten die dabei entstehen nicht geteilt werden. In diesem Fall gilt eine Totalschadenabrechnung. Dies bedeutet sie können nicht den Wiederbeschaffungswert einfordern sondern lediglich den Wiederbeschaffungsaufwand.